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Captain Restak nach einem Portrait von Linus H.Captain Restak nach einem Portrait von Linus H.

Landung auf dem Planeten

50. +++Eilmeldung+++Lästern macht hässlich!

Veröffentlicht am 18.07.2017

Hab ihr euch auch schon mal gefragt, warum Leute, die...

als Kinder und junge Erwachsene ganz passabel, frisch und sympathisch aussehen, sich im Lauf ihres Lebens immer mehr von ihrer ehemals strahlenden attraktiven Erscheinung entfernen?

Teil des Problems könnte das Lästern über andere Menschen sein, wie es aus Forschungsergebnissen hervorgeht, die wir in den letzten 10 Jahren akribisch wissenschaftlich ausgewertet haben.

Wir von Restak kennen das "schlecht reden über andere" nur vom Hörensagen, wahrscheinlich weil es ein Feature ist, das in unserem Planetensystem nicht von Nutzen wäre.

Darum greifen wir auf Selbstversuche unserer Agentin zurück und haben parallell 15 menschliche Probanden einer Reihe von Testexperimenten unterzogen, die sorgfältig dokumentiert wurden.

Anders als bei Dorian Grey, dessen Angesicht jung wie das eines Teenagers blieb, während sein gemaltes Portrait immer unansehnlicher und grauenvoller wurde, scheint exzessives Lästern direkte Auswirkungen auf den Ausführenden zu haben.

Meist schon nach wenigen Monaten des regelmäßigen negativen Gedankenaustauschs über dritte, nicht answesende Personen, zeigten die Probandinnen erste Anzeichen von verkniffener Gesichtsmimik, Doppelkinnansatz und hängenden Mundwinkeln. Auch der Hals wurde dicker, die Augen bekamen einen stechenden Blick. Körper- und Mundgeruch wurden stärker.

Hierbei reichte eine durchschnittliche tägliche Lästerdauer von 1/2 Stunde, die auch über den Tag verteilt stattfinden konnte.

Zusätzlich berichteten die Testpersonen über Verdauungsstörungen, Nacken- und Rückenschmerzen sowie leichte Übelkeit und eine schrecklich schlechte Laune sowie überdurchschnittliche Reizbarkeit und sinkende Libido.

Interessant bei diesen Beobachtungen ist, dass das Zielobjekt der Lästerattacken, das wir teilweise vor den Versuchsreihen persönlich identifiziert und zugewiesen hatten, selber von solch äußerlichen und innerlichen Auswirkungen der negativen verbalen Äußerungen nicht betroffen war.

Die Menschen, über die schlecht geredet wurde, blieben im Gegenteil so sympathisch, attraktiv und anmutig wie eh und je. Sie hatten auch keine Schmerzen oder anderen Nebenwirkungen.

Unsere Agentin, die nun wahrlich keine klassische Schönheit ist, die Gute, dokumentierte anhand von Fotos, wie sie selbst verkniffen, faltig und verquollen wurde, als sie mehr als eine halbe Stunde täglich schlecht über andere Menschen dachte und laut zu anderen darüber sprach.

Potenziert wurde dies noch, wenn immer über ein und dieselbe nicht anwesende Person von mindestens 2 anwesenden Personen abwertend und rufschädigend gesprochen wurde oder gar Ideen angedeutet wurden, wie dieser anderen Person Schaden zugefügt werden könne.

Nach Evaluierung der dokumentierten Auswirkungen auf die nicht anwesende Person schien diese erstaunlicherweise innerlich und äußerlich noch strahlender und sympathischer zu werden und berichtete über eine Zunahme von Humor, Intelligenz und Beweglichkeit sowie Komplimenten vom anderen Geschlecht.

Die Gesichtszüge des Objekts der professionellen experimentellen Lästerei wurden klarer und offener und es berichtete sogar über positive mentale und neuropsychologische Erweiterungen der Gehirnaktivität. Es war gesund und munter und fühlte sich pudelwohl.

Es scheinen also innere und äußere biochemische Prozesse an den Veränderungen der Attraktivität beteiligt zu sein.

Einige der Pobanden aus der Lästergruppe wurden unerwarteterweise so hässlich, verbittert und böse, dass wir sie vorübergehend in einer Art Quarantänestation zur Entgiftung und Regeneration unterbringen mussten.

Seid also bitte entsprechend um- und vorsichtig und ahmt diese Versuche nicht außerhalb eines wissenschaftlich begleiteten Rahmens nach.

Falls ihr doch einmal - im Rahmen von Psychohygiene oder verständlichem Ärger über jemand anderen - schlecht über ihn gesprochen habt und er oder sie nicht anwesend war - empfehlen wir zur Vermeidung hässlicher Spätfolgen folgende Tatzenregel:  

Eine negative Äußerung, wie zum Beispiel Abwertung, Missachtung, Entmutigung wird im Verhältnis 1:5 mit fünf positiven Äußerungen wie Lob, Anerkennung, Ermutigung ausgeglichen. Das heißt 5 positive Äußerungen pro 1 Lästerei, dann dürfte das eher erfrischende, verjüngende Effekte haben. Dasselbe gilt auch, wenn die gedisste Person anwesend ist. Also kein Grund zur Panik.

Im Übrigen wird dieser Artikel entsprechend weiterer Erkenntnisse gegebenenfalls aktualisiert und auf dem neuesten Stand gehalten.

Hertzlich

Euer Prof. Dr. nat. hon. Restak         Doktor Restak im OPDoktor Restak im OP

 

 

 

 

 

 

 

P.S. Als hilfreiche weiterführende Literatur empfiehlt Officer Mimi die "Kleine Hausapotheke" von Erich Kästner. Hier eine Leseprobe: 

https://www.dtv.de/_files_media/title_pdf/leseprobe-11001.pdf